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13.09.2017 Volksstimme

Weil beim FCM wieder mittendrin

Richard Weil blickt beim Drittligisten 1. FC Magdeburg bisher auf eine durchwachsene Saison.

Magdeburg l Nachdem er zu Saisonbeginn überraschend seinen Stammplatz als Abwehrchef verloren hatte, darf er aber seit der Verletzung von Felix Schiller wieder auflaufen.

Die Überraschung am ersten Spieltag war groß. Obwohl Felix Schiller eine Gelb-Rot-Sperre absaß, musste Richard Weil in Großaspach auf der Bank Platz nehmen. Anstelle des 29-jährigen ehemaligen Abwehrchefs lief Steffen Schäfer von Beginn an auf, der erst kurz zuvor vom FSV Frankfurt zum FCM gekommen war.

Gespräch mit Härtel

Vor der Partie in Großaspach standen Weil und FCM-Trainer Jens Härtel lange auf dem Rasen und unterhielten sich. Die Degradierung von Weil ließ viele Beobachter ratlos zurück, vor allem, weil der Frankfurter auch in den folgenden Wochen mit Ausnahme der Partie gegen Würzburg auf der Bank saß.

Nachdem er in Münster erneut nicht in der ersten Elf stand, war der Bankplatz auch im Spiel gegen Werder Bremen II für ihn reserviert. Doch bereits in der vierten Minute verletzte sich Felix Schiller. Weil kam ins Spiel und machte seine Sache wie auch zuletzt gegen Rostock gut. Zu seiner Zeit auf der Bank wolle er sich nicht mehr äußern, er hob vielmehr den Teamgedanken hervor. „Es ist doch besser, wenn alle etwas vom Kuchen abbekommen, als wenn nur zwei, drei in die Torte beißen“, sagt er. „Ich bin glücklich, dass mir der Trainer zuletzt das Vertrauen geschenkt hat und ich dieses Vertrauen bestätigen konnte.“ Gerade gegen Bremen sei es für ihn nicht einfach gewesen, schnell ins Spiel zu finden. „Ich bin froh, dass es mir dann aber gut gelungen ist“, sagt er.

Lautstarker Führungsspieler

Dass über den Status von Weil als Stammspieler diskutiert wird, überrascht beim Blick auf seine bisherigen Leistungen im FCM-Trikot. Zu Beginn des Jahres kam Weil vom Ex-Zweitligisten Würzburg und feierte Anfang Februar gegen Zwickau gleich sein Debüt als Abwehrchef. Er bot überzeugende Leistungen, stabilisierte die Abwehr und ging als lautstarker Führungsspieler voran. Zudem schoss er wichtige Elfmetertore gegen Münster und in Bremen. Wie wichtig Weil für die Mannschaft war, wurde deutlich, als er sich im Spiel gegen Erfurt einen Lendenwirbelbruch zuzug und wochenlang pausieren musste. In dieser Zeit gewann der FCM nur eines von sechs Ligaspielen und blieb nie ohne Gegentreffer.

Umso erstaunlicher war die Rückstufung von Weil in dieser Saison, vom Abwehrchef zum Defensivspieler Nummer fünf. Gegen Rostock attestierte Härtel ihm eine solide Leistung: „Richard hatte gute Situationen, aber auch einige, in denen es kribbelig war, als er den Ball verloren hatte, weil er vielleicht zu viel wollte. Unter dem Strich war es aber eine grundsolide Leistung.“

Fraglich ist, wie es für Weil aussieht, wenn Schiller in zwei bis drei Wochen zurückkehrt. „Ich kann es dem Trainer durch meine Leistungen nur so schwer wie möglich machen“, sagt der Ex-Würzburger. „Wichtig ist, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Wir haben einen sehr guten und ausgeglichenen Kader. Einzelschicksale müssen im Hintergrund bleiben.“