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02.12.2018 1.FC-Magdeburg.de

Punktgewinn gegen spielstarke Bochumer (0:0)

Kampfspiel vor über 22.000 Zuschauern endet ohne Sieger

Am Sonntag, 02.12.2018, trennte sich der 1. FC Magdeburg am 15. Spieltag der 2. Bundesliga 2018/2019 0:0 vom VfL Bochum vor 22.252 Zuschauern in der MDCC-Arena Magdeburg. In einer ausgeglichenen Partie hatten Lukas Hinterseer (8.) und Christian Beck (81.) die größten Möglichkeiten der Begegnung. Am Ende eines regnerischen Kampfspiels gingen beide Teams mit einem leistungsgerechten Unentschieden auseinander.

Rother muss passen

Im Vergleich zu seinem Pflichtspieldebüt vor einer Woche bei der SpVgg Greuther Fürth schickte Cheftrainer Michael Oenning nahezu die gleiche Startelf auf den Rasen. Einzig eine Personalie musste Oenning kurzfristig ersetzen: Mittelfeldmann Björn Rother hatte es nicht geschafft, seine muskulären Probleme rechtzeitig zum Spieltag auszukurieren. Für ihn stand der Franzose Charles Elie Laprevotte auf dem Platz und absolvierte sein zweites Spiel der Saison von Beginn an im zentralen Mittelfeld. Erstmals seit seinem Mittelfußbruch im September kehrte Mittelfeldmann Rico Preißinger zurück in den Kader und durfte von der Bank aus auf einen Einsatz hoffen. Wie zuletzt hielt Oenning auch an der Spielformation fest und beließ es beim zuletzt gewählten System.

Bochum beginnt besser

Ab 13:30 lief der Ball im achten Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen die in grau auflaufenden Gästen aus dem Ruhrgebiet. Die Partie war erst vier Minuten alt, als Blau-Weiß das erste Mal zielstrebig den Weg zum Bochumer Kasten suchte. Lohkemper setzte sich auf der rechten Seite durch und legte in den Rücken der Abwehr auf Laprevotte, dessen harter Schuss einen knappen Meter über das Tor rauschte. In der achten Minute zeigte sich auch der VfL erstmals gefährlich: Brunst konnte Hinterseers gut platzierten Abschluss mit einer Glanzparade aus dem rechten Winkel wischen.

Der Volley von Türpitz in der zwölften Minute mit seinem schwächeren Linken kam dem Ziel schon dichter, doch verzog auch er noch knapp. In regelmäßigen Abständen näherten sich beide Mannschaften dem gegnerischen Strafraum an, zwingend war jedoch noch keine Aktion. So auch der zweite Versuch von Hinterseer in der 16. Spielminute. Den Bochumern war das Selbstbewusstsein aus den vergangenen sechs Spielen, in denen der ehemals langjährige Bundesligist nicht verlor, deutlich anzumerken.

Beck scheitert knapp

Sicher kombinierten diese durch die gut geordneten Reihen und machten es einem Durchbrechen der Magdeburger Offensive schwer. Zum Ende der ersten Halbzeit wurden die Elbestädter mutiger. Der Zug zum Tor intensivierte sich und der VfL hatte Mühe, den Zugriff nicht zu verlieren. Lee (31.) und Losilla (32.) wussten sich gegen Lohkemper und Weil nur mit Foulspielen zu helfen und sahen die ersten Gelben Karten in der Partie. Die größte Chance der Partie entwickelte sich in der 39. Minute: Wieder war Lohkemper über links bis zur Grundlinie gedribbelt und legte zurück auf Türpitz, Beck spritzte dazwischen. Sein Abschluss konnte noch zur Ecke abgelenkt werden. In der 43. Minute schaltete Bülter nach Ballgewinn schnell um und bediente Richard Weil in zentraler Position vor der Kette mit einem präzisen Pass. Weil hatte sich den linken Winkel ausgeguckt. Torhüter Riemann war auf dem Posten und fischte das Leder in höchster Not zur Ecke. Es sollte die letzte gute Szene im ersten Durchgang bleiben bis Schiedsrichter Robert Kempter zur Halbzeitpause pfiff.



Über 3.000 Fans mit Handicap waren zum 10. Behindertentag des 1. FC Magdeburg auf die Südtribüne eingeladen und unterstützten die Mannschaft. (Foto: Sportfotos-MD)

Lohkemper verpasst

Ohne Wechsel kehrten beide Mannschaften zurück auf den Platz. Bülter nahm sich nach wenigen Sekunden den ersten Abschluss für die Gastgeber, Riemann konnte das Spielgerät aufnehmen. Anschließend bekamen beide Mannschaften eine identische Standartsituation aus etwa 20 Metern Torentfernung zugesprochen, die keine von beiden zu nutzen wusste. Das Oenning-Team versuchte es, an der Leistung der ersten Halbzeit anzuknüpfen, tat sich dabei jedoch schwer. In der 62. Minute erarbeitete sich der Club die erste dicke Möglichkeit: Müller fing einen Pass in eigener Hälfte ab, trieb diesen durchs Mittelfeld und bediente Lohkemper. Sein Schuss segelte jedoch über das Tor. Es hatte sich eingeregnet über der MDCC-Arena, sodass sich ein echtes Kampfspiel entwickelte, dessen Ende auf jede Seite hätte kippen können. Bei Angriffen des Dutt-Teams schaffte es die FCM-Abwehr um Erdmann, Müller und Schäfer spätestens im letzten Drittel des Feldes, die Situation zu klären. So stand die Hintermannschaft auch bei allen Standards der Gäste geordneter als zuletzt.

Hinterseer vergibt letzte Chance

Oenning reagierte erstmals in der 77. Minute und brachte Rico Preißinger für Richard Weil zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz seit September in die Begegnung. Es ereignete sich in Minute 81 die größte Chance der Partie: über rechts hatte Türpitz die Kugel in den Rückraum auf Michel Niemeyer gepackt, welcher nochmal quer auf Beck legte. Der Schuss des Stürmers wurde erneut von einem Bochumer Bein zur Ecke geblockt. Es kam Hektik hinzu. Plötzlich entfachte neuer Offensivmut in den Reihen der Platzherren. Costly ersetzte ab der 84. Minute den aktiven Lohkemper.

Ein Freistoß aus 18 Metern verzog Türpitz in derselben Minute wiederum nur knapp neben den Kasten. Zum Ende war es ein Spiel auf Messers Schneide, in dem der VfL die letzte Chance präsentieren konnte. Marius Bülter warf sich mit vollem Einsatz in den aus guter Position abgefeuerten Schuss von Hinterseer in der letzten Spielminute und vereitelte einen späten Rückschlag. Für die letzten Sekunden betrat Mergim Berisha den Platz, Türpitz hatte das Feld verlassen. Einen Augenblick nach dem Wechsel ertönte der Schlusspfiff von Robert Kempter, sodass es bei einem torlosen Remis im regnerischen Kampfspiel blieb.

„Ich bin nicht unzufrieden wir hatten 90 Minuten lang eine klare Ordnung. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir gegen einen starken Gegner gespielt haben. Plötzlich hat die Mannschaft gemerkt, dass wir auch gute Möglichkeiten kreieren können. Ein 0:0 ist auch ein anderes Ergebnis als ein 2:2. Die Sehnsucht nach einem Sieg ist groß, aber man muss auch jedes Spiel einzeln bewerten. Dass wir in jedem Spiel die Chance haben, unser Spiel durchzubringen, hat man auch heute wieder gesehen. Grundsätzlich bin ich zufrieden“, fasste Cheftrainer Michael Oenning das Spiel auf der nachfolgenden Pressekonferenz zusammen.

Schon in einer Woche erwartet den 1. FC Magdeburg das nächste Heimspiel in der MDCC-Arena Magdeburg. Es wird das letzte Heimspiel des Jahres 2018, wenn der ungeschlagene 1. FC Union Berlin am Sonntag, 09.12.2018, anlässlich des 16. Heimspiels der 2. Bundesliga in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts gastiert.

Tore: -

1. FC Magdeburg: Alexander Brunst – Tobias Müller, Dennis Erdmann, Steffen Schäfer, Richard Weil (77. Rico Preißinger), Charles Elie Laprevotte, Michel Niemeyer, Nico Hammann, Philip Türpitz (92. Mergim Berisha), Marius Bülter, Felix Lohkemper (85. Marcel Costly), Marius Bülter

VfL Bochum 1848: Manuel Riemann – Tim Hoogland, Danilo Soares, Anthony Losilla, Chung Yong Lee, Sidney Sam (80. Silvere Mboussy Ganvoula), Lukas Hinterseer, Tom Weilandt, Jan Gyamerah, Stefano Celozzi, Robert Tesche

Zuschauer: 22.252 (MDCC-Arena Magdeburg)

 

Fotos: Sportfotos Magdeburg