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06.12.2018 Volksstimme

Weil beim FCM gesetzt

Für Richard Weil gab es diese Saison beim 1. FC Magdeburg Höhen und Tiefen. Unter Michael Oenning wurde er wieder zum Stammspieler.

Magdeburg l Wenn die FCM-Fans bei der Bekanntgabe der Startelf seinen Namen rufen, muss Richard Weil vermutlich zweimal hinhören. Das Gefühl, Stammspieler zu sein, hatte er in dieser Saison nämlich bisher nicht so oft. Unter dem neuen Trainer Michael Oenning ist das anders. In Fürth und gegen Bochum war Weil gesetzt. Und der 30-Jährige zahlte dieses Vertrauen mit Leistung zurück.

Trainerwechsel war ein Wendepunkt

Für Weil markierte der Trainerwechsel einen Wendepunkt. Unter Ex-Coach Jens Härtel lief es für ihn zuletzt nicht mehr gut. In zehn Spielen kam er nur auf 318 von 900 möglichen Minuten. Das ging so weit, dass Härtel in seinem letzten FCM-Spiel beim 2:3 gegen Regensburg ganz auf Weil verzichtete. Er strich ihn aus dem Kader – und das, obwohl mit Björn Rother und Dennis Erdmann zwei potenzielle Sechser gesperrt waren und zudem kein Spieler für das defensive Mittelfeld auf der Bank saß.

Die Botschaft war klar: Härtel war nicht von Weil überzeugt. In der Hierarchie war er ziemlich weit hinten angekommen. Deshalb: „Es hätte für mich ganz anders kommen können“, sagt Weil. Was er damit meint: Wenn der Club nicht den Trainer gewechselt hätte, wäre Weil zuletzt wohl kaum zweimal in der Startelf gewesen. Er hätte kaum 167 von möglichen 180 Minuten auf dem Platz gestanden.

Spaß am Fußball haben

Unter dem neuen Coach Michael Oenning starteten aber alle Spieler bei null: Das galt auch für Weil. Und der kommt mit der Art von Oenning, mit seiner Vorstellung von Fußball, sehr gut zurecht. „Wir laufen den Gegner jetzt anders an. Wir verteidigen im 3-5-2 mehr aus dem Zentrum heraus. Nach vorne haben wir mehr Freiheiten“, zählt Weil auf. Auch die Kommunikation schätzt der gebürtige Frankfurter: „Der Trainer spricht uns positiv zu, er gibt uns während der Trainingseinheiten immer wieder Tipps mit auf den Weg. Bei allem Ehrgeiz und Druck betont er immer wieder, dass wir Spaß am Spiel, Spaß am Fußball haben sollen.“

All das kommt Weil, der Pass- und Positionsspiel als eigene Stärken sieht, entgegen. Deshalb: „Ein Trainerwechsel bietet jedem Spieler eine neue Chance, sich zu zeigen, und es ergeben sich neue Perspektiven“, sagt er und meint damit vor allem auch sich selbst, ohne das direkt anzusprechen.

Neuer Spielstil braucht Zeit

Klar ist aber auch: Der Spielstil von Michael Oenning wird nicht innerhalb weniger Wochen komplett sichtbar sein, auch wenn es durchaus vielversprechende Ansätze in Fürth und gegen Bochum gab. „Erst nach der Winter-Vorbereitung wird man komplett sehen, wie sich das Positions- und Passspiel unter dem neuen Trainer verändert hat“, glaubt Weil. Und: „Mir gefällt seine Akribie beim Passspiel. Jeder Pass hat eine Botschaft. Wir müssen genau wissen, wie wir mit welchem Pass umgehen. In der Defensive müssen wir sicher stehen und vorne Fußball spielen. Dann werden wir auch erfolgreich sein.“

Weil ist sich aber auch bewusst, dass er von der momentan angespannten Personallage im defensiven Mittelfeld profitiert. „Wenn sich Aleksandar Ignjovski vor dem Fürth-Spiel nicht verletzt hätte, wäre er sicherlich aufgelaufen“, meint er. Zudem fehlte zuletzt Björn Rother mit muskulären Pro-blemen. Rico Preißinger hat gegen Bochum gerade erst nach über zwei zwei Monaten Pause wegen eines Mittelfußanbruchs sein Comeback gefeiert. Charles Elie Laprevotte fehlt nach Monaten ohne Einsatz etwas Spielpraxis. Weil ist in die Bresche gesprungen, hat seine Chance genutzt. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht, wenn alle fit wieder sind. Ob ich dann auch spiele oder jemand anders den Vorzug erhält“, sagt er. Aber: „Das ist auch gar nicht so wichtig. Ich gebe alles, um der Mannschaft zu helfen. Der Rest kommt von alleine.“