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09.01.2019 Volksstimme

Müllers steiler Aufstieg beim FCM

Tobias Müller gehört beim 1. FC Magdeburg zu den großen Überraschungen. Der Abwehrspieler ist auch unter Trainer Michael Oenning gesetzt.

Novo Sancti Petri l Tobias Müller atmet schwer, er ringt nach Luft. Ihm sind die Anstrengungen ins Gesicht geschrieben. Die Einheiten im FCM-Trainingslager in Novo Sancti Petri sind intensiv und verlangen auch dem Innenverteidiger alles ab. Doch der 24-Jährige meistert alle Aufgaben, ist bei den Einheiten und Läufen oft vorne dabei.

Dieser Ehrgeiz, alle Her-ausforderungen besser als andere zu bestehen, ist wohl ein Grund für den Aufstieg von Tobias Müller. Denn dieser ist beachtlich: In der Saison 2016/17 spielte er mit dem SC Freiburg II schließlich noch in der Oberliga. 2017 folgte dann der Wechsel zum Drittligisten Hallescher FC, im vergangenen Sommer zog er weiter in die 2. Bundesliga zum 1. FC Magdeburg. „Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich jetzt mit dem FCM beim 1. FC Köln spiele, dann hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Auch wenn es natürlich mein Ziel war, so weit wie möglich oben zu spielen“, sagt der Innenverteidiger.

Ein solcher Aufstieg ist aber natürlich auch kaum planbar. Deshalb kümmerte sich Müller frühzeitig um eine Alternative – für den Fall, dass es mit dem Profifußball doch nicht geklappt hätte. Bei der Volksbank in Pforzheim machte er von 2015 bis 2017 eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Also genau in der Zeit, in der Müller an einer persönlichen Kreuzung stand: Profifußball oder „normales“ Berufsleben. „Ich habe zu Beginn meiner Ausbildung noch in Nöttingen gespielt. Es war eine stressige Zeit, weil ich acht Stunden in der Bank oder Berufsschule war und dann am Abend trainiert habe“, erzählt Müller. Aber: „Mir war extrem wichtig, etwas in der Hinterhand zu haben.“ Mit dem FC Nöttingen spielte er zwar in der Regionalliga, wirklich Geld verdienen lässt sich in dieser Spielklasse allerdings nicht.

Die abgeschlossene Ausbildung hat ihm aber nicht nur eine berufliche Absicherung garantiert. Er kann die glitzernde Fußballwelt realistisch einschätzen, ohne sich von ihr einfangen zu lassen. „Ich weiß, was es heißt, acht, neun Stunden hart zu arbeiten“, betont er. Und: „Als Fußballer haben wir ein schönes Leben, weil wir unser Hobby zum Beruf gemacht haben.“

Doch eins stellt er auch klar: „Fußballer müssen immer auf den Punkt da sein, in jedem Spiel, in jedem Training.“ Dieser spezielle Druck treibt Müller an. Er will nie nachlassen, jedes vermeintlich unwichtige Trainingsspiel gewinnen. „Ich bin sehr ehrgeizig, will mich immer weiter verbessern“, betont er. Denn: „Das hat mich in der Vergangenheit ausgezeichnet. Sonst hätte ich sicherlich nicht diesen persönlichen Aufstieg erreicht.“

Stammpersonal

Dass Müller auch beim Club bisher zum Stammpersonal zählt, ist kein Zufall. Alleine ein Blick auf die Zahlen verdeutlich die Wichtigkeit des 24-Jährigen für die Mannschaft: Müller gewinnt häufig mehr als 70 Prozent seiner Zweikämpfe. Zuletzt beim 1:4 konnte er bei der Passquote mit einem Traumwert von 93 Prozent beeindrucken.

So gut es für Müller persönlich läuft, so unbefriedigend war für den FCM die Hinrunde in der 2. Bundesliga. „Viele Faktoren haben eine Rolle gespielt. Wir haben unsere Qualitäten zum Beispiel zu selten über 90 Minuten gezeigt. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, waren manchmal naiv. Das müssen wir jetzt in der restlichen Rückrunde unbedingt besser machen“, nimmt der Abwehrspieler sich und die Mannschaft in die Pflicht.

Die Grundlagen dafür sollen im Trainingslager in Novo Sancti Petri gelegt werden. „Es ist ein perfekter Ort für uns. Wir wollen nicht mehr zurückblicken, sondern jetzt im neuen Jahr neu durchstarten“, sagt Müller.

Fotos vom Trainingslager unter:
https://www.volksstimme.de/fcm