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10.01.2019 Volksstimme

Eine Frage des Geschmacks

In den vergangenen Jahrzehnten ist aus dem "Werkzeug" Fußballschuh ein echtes Mode-Accessoires geworden - auch für die Spieler des FC Magdeburg

Novo Sancti Petri l Romain Brégerie schaut nach unten auf seine Schuhe. Seine Stimme wird ganz weich, wenn er über sie spricht. „Ich trage diese Schuhe bereits seit eineinhalb Jahren. Es ist ein altes Modell. Ich spiele aber immer noch damit, weil ich mich mit ihnen richtig wohlfühle“, sagt er. Und: „Dieses Modell wird nicht mehr hergestellt. Ich habe noch ein Ersatzpaar. Bald werde ich mich aber umstellen müssen.“

Fußballschuhe sind für Spieler nicht einfach nur Schuhe. Sie sind das wichtigste „Werkzeug“ für sie. Wenn sich ein Spieler in einem Schuh nicht wohlfühlt, kann das die gesamte Leistung auf dem Rasen beeinflussen. „Ich habe in meiner Karriere immer lange im gleichen Modell gespielt“, erzählt Brégerie. Denn: „Manchmal habe ich die Schuhe gewechselt, dann aber gemerkt, dass diese nicht gut für meinen Fuß waren. Bei der Schuhwahl geht es um das Gefühl.“

Für Farbe offen

Bezüglich der Schuhfarbe ist der Franzose offen. Der 32-Jährige wuchs noch in einer Zeit auf, als Fußballschuhe vorwiegend schwarz waren. „Es gab damals keine großen Varianten. Der Predator war schwarz und rot. Das galt früher als verrückt“, erinnert sich Brégerie und lacht.

Mittlerweile sieht das anders aus. Die Farbvarianten bei Fußballschuhen sind schier unendlich. Rot, grün, blau, weiß, rosa, lachs – es gibt nichts, was es nicht gibt. „Früher waren die extremen Farben nur für die kreativen Spieler. Mittlerweile haben alle Spieler ausgefallene Schuhe“, sagt Brégerie. Aber: „Wenn ein Spieler mit auffälligen Schuhen einen Fehler macht, dann bekommt er gleich einen Spruch zu hören.“

Darf es "lachs" sein?

Nils Butzen zum Beispiel lief in dieser Saison mit lachsfarbenen Schuhen auf. Manche Kollegen behaupteten gar, dass die Schuhe rosa waren. „Ich bekomme alle ein bis zwei Monate zwei neue Paare zugeschickt – mit Nocken und Alustollen. Das Modell kann ich mir aussuchen, die Farbe aber nicht“, sagt Butzen.

Die lachsfarbenen Schuhe seien bei den Mannschaftskollegen sogar recht gut angekommen. „Auch wenn sie es nicht zugeben wollen“, wie Butzen mit einem Lächeln versichert. Dem Defensivspieler selbst ist die Farbe eigentlich relativ egal. „Ich fand die lachsfarbenen Schuhe gut. Sie hatten einen Goldschimmer Der Hersteller hat ja alles richtig gemacht, sie waren ständig ein Thema“, sagt der 25-Jährige. Wenn Butzen einen Wunsch frei hätte, würde er sich ein hellblaues Paar wünschen. „So ähnlich wie unsere Trikots. Vielleicht ist ja sogar blau-weiß möglich.“

Bunt geht immer

Steffen Schäfer wiederum bekommt seine Schuhe häufig von einem Freund, der in der ersten Bundesliga spielt. „Der hat Schuhe im Überfluss. Da fällt mal das eine oder andere Paar ab“, betont der 24-Jährige. Bevorzugen würde er ein buntes Paar. „Schwarze Schuhe sind ja nicht mehr angesagt. Ich hatte schon neongelbe, orangefarbene, türkise und blaue Schuhe. Da war schon alles dabei“, verrät er. Alle drei bis vier Monate wechselt Schäfer das Paar, bleibt aber beim gleichen Hersteller. Die alten Schuhe schenkt er dann einem Freund, der in Köln im Amateurbereich spielt. Manchmal spendet Schäfer seine Schuhe auch für einen guten Zweck.

Michel Niemeyer wiederum ertappt sich immer wieder, dass er über die Schuhe der Kollegen herzieht. „Das war bei den rosafarbenen Schuhen von Nils Butzen schon mal der Fall“, sagt er und lacht. Der 23-Jährige wechselt die Schuhe meist, wenn er erste Risse sieht. „Bei mir ist das immer ein fließender Übergang. Wichtig ist, dass ich mich auf dem Platz wohlfühle“, sagt Niemeyer.