1. FC Magdeburg WebApp v2.0
09.02.2019 Volksstimme

FCM droht Ausfall von Kirchhoff

Der 1. FC Magdeburg muss gegen Holstein Kiel wohl auf Jan Kirchhoff verzichten. Trainer Oenning denkt über eine Systemumstellung nach.

Magdeburg l Michael Oenning war Freitag vor der Pressekonferenz gut gelaunt. Er gab jedem Journalisten die Hand, begrüßte auch den ebenfalls auf dem Podium sitzenden Stürmer Philip Türpitz auffällig herzlich.

Die Stimmung des Trainers passte so gar nicht zur momentanen Personalsituation des Clubs. Mit Jan Kirchhoff droht nämlich das spielerische Herz der Mannschaft am Sonntag gegen Kiel auszufallen. In Ingolstadt klagte der ehemalige Erstliga-Profi über muskuläre Probleme. Nach seiner Auswechslung war zunächst von einer Vorsichtsmaßnahme die Rede. Aber auch in den Tagen nach der Ingolstadt-Partie blieb Kirchhoff dem Mannschaftstraining fern. Stattdessen trainierte er auf eigenen Wunsch individuell.

Michael Oenning nimmt die Diskussionen rund um Kirchhoff gelassen. „Ich habe den Eindruck, dass es ihm ganz gut geht. Er lacht zumindest immer“, sagte der Coach und schmunzelte selbst.

Diese Gelassenheit hat aber einen anderen Hintergrund: Oenning will unter allen Umständen vermeiden, dass Kirchhoff aufläuft, sollte er nicht hundertprozentig fit sein. „Es war genau richtig, dass wir ihn in Ingolstadt rausgenommen haben. Wir haben gesehen, dass sich etwas aufbaut. Es war aber noch keine große Verletzung“, betonte Oenning.

Der Trainer weiß, dass er bei Kirchhoff noch mehr als bei anderen Spielern im Kader aufpassen muss. Zum einen, weil Kirchhoff im System von Oenning eine zentrale Figur ist. Was aber noch wichtiger ist: Wegen seiner Verletzungshistorie achten die FCM-Verantwortlichen ganz besonders auf den ehemaligen Bayern-Spieler.

Die Vorsicht des Trainers war übrigens ein gewichtiger Grund für Kirchhoff, dass er im Winter dem Club den Zuschlag gab. „Das persönliche Wohl eines Sportlers wird zu häufig in den Hintergrund gestellt. Manche werden so in Verletzungen hineingetrieben, weil sie keine Zeit haben, ihren Körper auf die Belastungen vorzubereiten. Das hat auch mir in meiner Karriere geschadet“, sagte Kirchhoff der Volksstimme.

Der FCM will seinen Star auf keinen Fall verheizen. „Ich glaube schon, dass es bei ihm am Sonntag gehen könnte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das klug wäre“, sagte Oenning. Denn: „Mir ist es wichtiger, dass Jan in einer Woche in Bielefeld bei hundert Prozent ist, als dass wir jetzt einen Fehler machen.“

Ebenfalls ungewiss ist der Einsatz von Linksverteidiger Timo Perthel, der zuletzt wegen eines Magen-Darm-Infekts zwei Tage pausieren musste. Auch Stürmer Christian Beck fehlte am Freitag beim Training wegen Nacken- und Rückenproblemen.

Systemwechsel im Plan

Oenning denkt auch deshalb über einen Systemwechsel nach. Anstelle der zuletzt favorisierten 4-3-3-Grundordnung könnte er auf ein 3-5-2 mit einem breiten Mittelfeld setzen. „Die Kieler sind im Mittelfeld mit drei Spielern besetzt. Die Frage ist, ob wir uns anpassen oder unser eigenes Spiel durchziehen. Das würde bei uns beispielsweise für einen klassischen Zehner sprechen“, sagt der Trainer.