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02.03.2019 Volksstimme

Last-Minute-Pleite für FCM in Duisburg

Der 1. FC Magdeburg hat beim MSV Duisburg 0:1 (0:0) verloren. Ein Treffer in der Schlussminute bescherte dem MSV den Heimsieg.
Von Manuel Holscher ›

Duisburg l Drei ganz in silber gekleidete Personen gingen am Freitag kurz vor dem Anpfiff auf den Rasen der Duisburger Arena. Mit ihrer glitzernden Kleidung hätten sie auch von einem anderen Planeten kommen können. Sie waren aber vielmehr das Symbol für die jahrzehntelange Stahlarbeiter-Tradition in der Region. So hart diese Arbeit früher war, so sehr forderten die Duisburger Zuschauer bereits vor dem ersten gespielten Pass vollen Einsatz der Gastgeber. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, schallte es von den Rängen.

Der 1. FC Magdeburg hätte also eigentlich gewarnt sein müssen. FCM-Trainer Michael Oenning musste sich beim 0:1 in Duisburg zu Beginn allerdings häufig ärgern. In der Offensive verlor der Club zu früh den Ball, ließ die Duisburger ungestört kombinieren.

Gefährlich abgefälscht

In der zwölften Minute hatte Magdeburg Glück, als Felix Lohkemper eine Flanke gefährlich abfälschte und der Ball gegen den Pfosten klatschte. Auch wenn Duisburg häufiger den Ball hatte, war dem Tabellenletzten die momentane Verunsicherung anzumerken. Die letzten Pässe wurden häufig zu ungenau oder hektisch ausgespielt. Der FCM versuchte, Struktur in sein Spiel zu bekommen.

Nach einem Kopfballduell mit Enis Hajri erlitt Christian Beck eine Platzwunde und musste außerhalb des Spielfeldes behandelt werden (22.). Wenig später war klar – der Kapitän konnte nicht weitermachen. Mit einem dicken Auge wurde er ins Krankenhaus gebracht. Marcel Costly sollte in die Partie kommen, musste aber minutenlang warten, weil die Duisburger ihre zwischenzeitliche Überzahl nutzen wollten (32.).

Taktische Umstellung

Oenning stellte nach dem Wechsel taktisch vom 4-4-2 auf ein 4-1-4-1 um. Fast aus dem Nichts wäre der FCM dann in Führung gegangen: Nach einer schönen Kombination über Philip Türpitz und Rico Preißinger kam der Ball zu Lohkemper. Der Stürmer zog schnell ab, traf aber nur die Latte (39.). Kurz darauf segelte Tobias Müller an der Führung vorbei (43.). Duisburg überstand die Druckphase der Gäste aber unbeschadet.

Nach der Pause hatte der FCM die erste gute Gelegenheit. Ein Linksschuss des starken Marius Bülter ging aber links am Tor von MSV-Torhüter Felix Wiedwald vorbei (57.).

Auf der Gegenseite bekam Costly den sehr agilen Cauly Souza nicht in den Griff – sein Kopfball flog aber knapp über das Magdeburger Tor (59.). 15 Minuten vor Schluss humpelte FCM-Mittelfeldspieler Charles Elie Laprévotte verletzt vom Rasen – für ihn kam Björn Rother ins Spiel. Der FCM fand in der Offensive kaum noch statt, brachte den Ball zu selten in den gegnerischen Strafraum. Da aber auch Duisburg zu wenig aus dem eigenen Ballbesitz machte neutralierten sich beide Mannschaften in der Schlussphase. Am Ende war das Glück auf Seiten der Duisburger. Nach einer Hereingabe sprang der Ball unglücklich an den Körper von Marius Bülter und von dort aus ins Tor - ein Last-Minute-Gegentreffer, der die bittere Auswärtspleite des FCM besiegelte.