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11.03.2019 Volksstimme

FCM gehemmt und passiv

Der 1. FC Magdeburg hat beim 0:1 gegen Sandhausen auf ganzer Linie enttäuscht. Der FCM war spielerisch und kämpferisch unterlegen.

Magdeburg l Christian Beck war am Sonntag allgegenwärtig. Die Spieler des 1. FC Magdeburg wärmten sich vor der Partie gegen Sandhausen in blauen T-Shirts auf. Auf diesen stand die Nummer elf und der Name Beck. Es war eine Hommage an den verletzten Kapitän, der nach seinem Jochbein- und Augenhöhlenbruch noch wochenlang ausfällt.

Christian Beck im Stadion

Beck selbst war auch im Stadion, wurde von den Fans begeistert empfangen. Was er dann aber an seinem 31. Geburtstag beim 0:1 (0:0) gegen den Tabellenletzten von der Tribüne aus mit ansehen musste, kann ihm nicht gefallen haben. Besonders in der ersten Hälfte bot der FCM eine enttäuschende Leistung. Vom Offensivspiel, das Trainer Michael Oenning gerade in Heimspielen fordert, war nichts zu sehen. Viel besser wurde es aber auch nach der Pause nicht.

Der negative Höhepunkt aus Magdeburger Sicht war der Gegentreffer zum 0:1: Nach einem eigenen Eckball und einem verlorenen Kopfballduell von Timo Perthel gegen Kevin Behrens war es Andrew Wooten, der die Gäste in Führung brachte (73.). „In einem solchen Spiel darf man auf der letzten Linie keinen Fehler machten“, kritisierte Oenning.

Der Coach ging nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten aber noch härter mit seinen Spielern ins Gericht: „Ich bin zum ersten Mal wirklich enttäuscht, weil ich es nicht kenne, dass wir zu Hause so gehemmt und passiv sind. In der ersten Halbzeit standen wir komplett neben uns.“
Ausfälle nicht kompensiert

Der FCM konnte die Ausfälle von Christian Beck, Felix Lohkemper (Erkältung) und Jan Kirchhoff (muskuläre Probleme) nicht ansatzweise kompensieren. Innenverteidiger Dennis Erdmann sah darin auch einen Grund: „Wir brauchen die Jungs, um das Gefüge zusammenzuhalten.“ Oenning wollte aber nicht groß über die Ausfälle sprechen. „Das lasse ich nicht als Entschuldigung gelten“, stellte er klar. Denn: „Es geht darum, zu Hause mutig zu sein und das Spiel anzunehmen.“

Das gelang definitiv nicht: In der Sturmspitze war von Steven Lewerenz kaum etwas zu sehen, er gewann nur 14 Prozent seiner Zweikämpfe. Allerdings bekam er auch kaum verwertbare Pässe. Viel zu häufig und zu schnell verlor der Club den Ball nach einer Eroberung im Vorwärtsgang. Das Aufbauspiel erinnerte stark an die erste Saisonphase, in der Magdeburg oft zu hektisch ohne Übersicht spielte.

Bülter wieder in der Abwehr

Mit Marius Bülter hatte Oenning zwar einen Spieler in der Mannschaft, der aufgrund seiner physischen Präsenz gut als Beck-Vertreter hätte passen können. Der Trainer stellte Bülter aber wieder auf der rechten Außenverteidigerposition auf. Erst nach der Auswechslung von Lewerenz durfte Bülter weiter nach vorne. „Es war relativ früh in der Woche klar, dass ich weiter hinten rechts spielen werde. Es gab deshalb nicht viel über andere Optionen zu reden“, erläuterte Bülter. „Ich kann trotzdem auch von hinten heraus versuchen, offensive Akzente zu setzen. Das habe ich nicht geschafft.“

Bülters Passquote war mit 44 Prozent ungewohnt schlecht, die Passquote der gesamten Mannschaft mit 59 Prozent aber nicht viel besser. Obwohl bei Sandhausen mit 56 Prozent sogar noch weniger Pässe ankamen, machten die Gäste einen wacheren und engagierteren Eindruck. Sandhausen gewann mehr Zweikämpfe, nämlich 53 Prozent. „Der Gegner hat uns den Schneid abgekauft. Es hat bei uns an allem ein Stück weit gefehlt“, ärgerte sich Erdmann. „Wir müssen uns auf das besinnen, was wichtig ist, um schnell wieder dahin zu kommen, wo wir vor dem Duisburg-Spiel waren.“

Enger Abstiegskampf

Nach den 0:1-Niederlagen gegen zwei direkte Konkurrenten ist der Tabellenkeller in der 2. Liga wieder eng zusammengerückt. Magdeburg hat als Tabellen-15. nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Letzten. Das ist nun wieder Ingolstadt, nachdem Duisburg und Sandhausen mit Siegen gegen den FCM die Rote Laterne jeweils abgaben.

Dennis Erdmann versuchte trotz aller Enttäuschung, nach vorne zu schauen. „Wir haben jetzt noch neun Spiele. Wir müssen in Dresden gewinnen, alles andere hilft uns in der jetzigen Situation nicht weiter. Aufgeben gibt es nicht.“