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14.05.2019 Bild

Bosse, Trainer, Team – Die Abstiegs-Analyse

Der 1. FC Magdeburg nach dem Zweitliga-Abstieg am Boden! Aber bevor der FCM die Zukunft planen kann, müssen Vergangenheit und Verantwortlichkeit aufgearbeitet werden. Namen, Fakten, Zahlen – BILD macht die Abstiegs-Analyse.

DIE BOSSE:
Geschäftsführer Mario Kallnik (44) und Sportchef Maik Franz (37) sind hauptverantwortlich für die Personalplanung. Und lagen bei den Sommereinkäufen daneben! Mit Marius Bülter (26, Rödinghausen) und Tobias Müller (24, HFC) landeten sie zwei Treffer. Mit Rico Preißinger (22, für 150 000 Euro aus Aalen) und Aleksandar Ignjovski (28, für 350 000 Euro aus Freiburg) kamen zwei solide Verstärkungen.

Aber mit Mergim Berisha (21, RB Salzburg), Jasmin Fejzic (32, Braunschweig), Manfred Osei Kwadwo (23, Kaiserslautern), Romain Brégerie (32, Ingolstadt) und Joel Abu Hanna (21, Kaiserslautern) auch fünf Nieten. Eine Katastrophen-Quote!

Im Winter wurde es mit Jan Kirchhoff (28, Bolton), Timo Perthel (30, Bochum) und Giorgi Loria (33, Samara) besser. Steven Lewerenz (27, Kiel) konnte nicht überzeugen.

Fazit: Die echten Verstärkungen kamen zu spät.

DIE TRAINER:
Schon vor Saisonbeginn war das Verhältnis zwischen Aufstiegstrainer Jens Härtel (49) und der sportlichen Leitung zerrüttet. Härtel sprach nur „von denen da oben“. Und er lehnte das Angebot der Chefetage ab, den Zweitliga-Kader mit gestandenen Profis aus Bulgarien und Tschechien zu verstärken. Härtel setzte auf sein Drittliga-Gerüst und scheiterte mit Verhinderungs-Fußball. Als er am 12. November entlassen wurde, hatte der FCM nach 14 Spielen neun Punkte auf dem Konto, war praktisch schon abgestiegen. Nachfolger Michael Oenning (53) brauchte ein Wunder! Er installierte attraktiven Angriffsfußball, konnte trotz guter Leistungen den Abstieg nicht verhindern. In 19 Spielen immerhin 21 Punkte.

Fazit: Die Chefetage hätte eher handeln müssen!

DAS TEAM:
Bei den Grundtugenden Laufleistung und Zweikämpfe, sowie bei Leidenschaft und Spielkultur konkurrenzfähig in der 2. Liga. Aber keine Konstanz. Was die Mannschaft sich zum Beispiel beim 2:1 in Hamburg aufbaute, riss sie danach durch ein 0:1 gegen Darmstadt wieder ein. Das Hauptproblem: hinten zu billige Gegentore und vorn zu viele vergebene Chancen. Alles nur Pech eines Aufsteigers? Mit 34 Treffern hat der FCM den schlechtesten Angriff, mit 52 Gegentoren die viertschlechteste Abwehr der Liga. Dazu zu wenig Punkte gegen die direkten Konkurrenten.

Fazit: Die Qualität hat am Ende einfach nicht gereicht.

Viel Arbeit, damit es mit dem direkten Wiederaufstieg klappt...