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19.05.2020 BILD

FCM-Arzt warnt vor Neustart

„Extrem hohe Verletzungsgefahr“

Der Neustart in der 3. Liga wurde verschoben, der Zeitplan einer möglichen Saisonfortsetzung bleibt vakant. Fakt ist aber: Wird angepfiffen, erwartet die Klubs ein harter Drittliga-Kampf ohne ausreichende Vorbereitungszeit.

Elf Spiele in fünf Wochen? Für den Magdeburger Sportmediziner Stephan Wiegand (36) unverantwortlich.

Er erklärt: „Sportpolitisch und wirtschaftlich bewerte ich eine Saisonfortsetzung nicht. Doch aus medizinischer Sicht hat man eine extrem hohe Verletzungsgefahr.“

Der leitende Arzt eines ambulanten Reha-Zentrums arbeitet mit seinen Kollegen Jan Schüttrumpf (Unfallchirurg) und Oliver Poranzke (Internist) seit Jahren mit viel Eigenengagement und leistung für den FCM.

Seit neun Wochen ohne Mannschaftstraining. Welche Gefahren birgt ein „Kaltstart“?

Wiegand: „Bei Sportarten mit schneller Wechselbelastung werden die Gelenke und Muskeln neuromuskulär stabilisiert. Der Erschöpfungsgrad ist dabei stark vom Trainingsstand abhängig. Studien zeigen, dass die Verletzungsanfälligkeit im Fußball in den letzten zehn Spielminuten um ein Vielfaches höher ist. Unvorbereitete Spieler und eine hohe Anzahl an Spielen? Das ist schwer zu verantworten.“ Magdeburg sucht zudem auch noch einen Hygienebeauftragten. Weshalb setzen die FCM-Teamärzte das vom DFB geforderte Konzept nicht selbst um?

Wiegand: „Dafür benötigt man eine Vollzeitstelle. Natürlich sind wir mannschaftsärztlich für die Mannschaft da. Aber wir können nicht sechs Wochen aus unserem Job raus und die Verantwortung dafür übernehmen.“