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18.06.2020 Volksstimme

FCM-Debütant mit Perspektive

Für Julian Weigel hätte das Profidebüt beim 1. FC Magdeburg kaum besser laufen können. Der 18-Jöhrige kam, traf und jubelte.

Halle l Thomas Hoßmang hielt es nicht mehr auf seinem Platz. Als Julian Weigel in der dritten Minute der Nachspielzeit das 1:1 beim Halleschen FC erzielte, sprintete der Trainer des 1. FC Magdeburg zu den jubelnden Spielern, ballte die Faust und schrie seine Freude heraus.

Von Rot-Weiß Erfurt zum FCM

Es war ein besonderer Treffer. Denn für Weigel, der zehn Minuten zuvor eingewechselt wurde, war es das erste Tor im ersten Profispiel. 2018 kam er aus dem Nachwuchs von Rot-Weiß Erfurt nach Magdeburg, spielte unter Hoßmang beim FCM in der U-19-Bundesliga. „Julian hat eine Körperlichkeit im defensiven Mittelfeld, bringt Tempo mit und hat ein gutes Passspiel“, lobte der Trainer. Und: „Er war mit den Profis bereits im Trainingslager, hat Freundschaftsspiele bestritten. Er kennt die Situation und ist auf mehreren Positionen einsetzbar.“

Weigel ohne Angst vor großen Namen

Dass der 1,89 Meter große Weigel keine Angst vor der Profiwelt hat, wurde bereits drei Minuten nach seiner Einwechslung deutlich. Dann nämlich stieß er Halles Stürmer Terrence Boyd kurzerhand zur Seite und sah dafür die Gelbe Karte. Ein Gefühl, das Weigel in dieser Saison übrigens aus der U-19-Bundesliga kennt. Dort sah er in 21 Partien zehn Gelbe Karten. „Wir haben gesagt, dass er griffig und scharf sein soll. Julian steht für die Magdeburger Tugenden, identifiziert sich voll mit dem Verein“, betonte Hoßmang.

In die Freude über den Punkt mischte sich aber auch Ärger über die Leistung in der zweiten Halbzeit. Obwohl der FCM in Überzahl spielte, zeigte das Team eine schwache Vorstellung. Der Club hatte kaum Chancen, fand gegen die tief gestaffelten Hallenser keine spielerischen Mittel. „Der Platzverweis für den HFC war im Rückblick für uns nicht gut“, kritisierte Hoßmang. „Unser Passspiel war nicht gut, wir haben die Positionen nicht gut besetzt.“

Hoßmang sieht Punkt für die Moral

Dass es am Ende trotz der enttäuschenden zweiten Hälfte noch zum Ausgleich gereicht hat, stimmte den Coach allerdings positiv: „Der Punkt war ganz wichtig für die Moral auf dem Weg zum Ziel Klassenerhalt. Das wird Kräfte freisetzen. Außerdem hat die Mannschaft gezeigt, dass sie lebt. Das ist das Wichtigste für mich.“

Und Torschütze Julian Weigel, der sich nach dem Spiel nicht äußern wollte, könnte möglicherweise bereits am Sonnabend (14 Uhr) im Heimspiel gegen Bayern München II wieder zum Einsatz kommen. „Wichtig ist, dass er klar im Kopf bleibt. Da habe ich bei ihm aber keine Angst“, versicherte Hoßmang.

Bertram und Beck loben Weigel

Lob für den 18-jährigen Weigel gab es auch von den erfahrenen Teamkollegen. „Es freut mich total für Julian. Er ist ein super Junge, kommt aus der eigenen Jugend“, sagte Stürmer Sören Bertram und ergänzte mit einem Lächeln: „Er wird nach seinem Debüt und Tor ordentlich in die Mannschaftskasse einzahlen.“

Kapitän Christian Beck ließ mit einem Schmunzeln aber durchklingen, dass es Weigel nicht ganz so hart treffen wird: „Spieler aus der A-Jugend müssen nur die Hälfte zahlen.“