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09.09.2020 Volksstimme

Bell Bell vor dem ersten Pokalspiel

Als Linksverteidiger reifte Leon Bell Bell beim FCM zu einem Leistungsträger und will daran anknüpfen. Im Pokal gibt er dabei ein Debüt.

Magdeburg l Im kleinen Rahmen, mit seiner Familie und Freunden, feierte Leon Bell Bell am Sonntag seinen 24. Geburtstag. „Es war ein schöner Tag“, berichtet der Drittliga-Profi des 1. FC Magdeburg. Und dabei hat er auch das vergangene Jahr etwas Revue passieren lassen. Noch rund um seinen 23. Geburtstag im Vorjahr war er längst nicht so glücklich beim FCM wie heute. Damals war der vom Regionalligisten FSV Mainz 05 II gekommene Außenspieler weit entfernt von der Startelf. Erst im Oktober spielte er sich fest, kam bis zum Ende der Saison auf 23 Einsätze.

Bell Bell hat sich trotz der schwierigen Saison beim FCM, der lange um den Klassenerhalt zittern musste, positiv entwickelt. Und viel Lob eingeheimst. „Für mich persönlich war es eine gute Saison. Ich konnte Erfahrungen in der 3. Liga sammeln.“ Sowohl unter den Ex-Trainern Stefan Krämer und Claus-Dieter Wollitz als auch unter Thomas Hoßmang, der seit Ende der Vorsaison FCM-Coach ist, gehörte der Deutsch-Kameruner zum Stammpersonal.

Und der zuvor eher offensiv ausgerichtete Linksfuß entdeckte auch eine neue Position für sich, er spielte zumeist als linker Verteidiger. „Das war neu für mich, hat mir aber von Anfang an Spaß gemacht. Ich habe viel Unterstützung von den Spielern bekommen.“

Bell Bell versteht sich gut mit Sliskovic

Mittlerweile ist der gebürtige Hanauer aus dem Team kaum noch wegzudenken. Vor allem auch, weil er auf der linken Seite so flexibel ist. Im 4-4-2-System kann sich Bell Bell wie am Sonnabend im Test gegen den VfL Wolfsburg (1:4) aber nicht ganz so häufig in die Offensive einschalten wie in einer 3-5-2-Grundordnung. Doch er findet es gut, noch einen weiteren Spieler auf seiner Seite zu haben. Gegen den Bundesligisten aus Niedersachsen war das Linksaußen Luka Sliskovic. „Wir verstehen uns gut, auf und neben dem Platz. Wir verbringen viel Zeit miteinander“, sagt er und hilft dem Neuzugang aus Österreich auch bei der Integration.

Bell Bell lieferte gegen die „Wölfe“ sicher nicht sein bestes Spiel ab. Unter anderem verschuldete er den Elfmeter, der zum 2:0 der Gäste führte. Dass er am Anfang noch nicht ganz im Spiel war, lag aber sicher auch daran, dass er in der Vorbereitung erstmals von Beginn an spielte.

Muskuläre Probleme überwunden

Er klagte zuvor über muskuläre Probleme im Adduktorenbereich. „Wir wollten da kein Risiko eingehen, damit ich nicht länger ausfalle“, sagt Bell Bell, der die kurze Vorbereitung auf die neue Saison kritisch sieht. „Wir hätten uns alle gefreut, wenn die Vorbereitung eine Woche länger gewesen wäre“, spricht er auch den Corona-Fall und die häusliche Quarantäne an, die dem Drittligisten einige Tage kostete. „Doch wir können es nicht ändern und freuen uns jetzt alle auch, dass es wieder losgeht.“

Und für Bell Bell startet die Saison gleich mit einem ganz besonderen Spiel. Kommt er in der ersten Runde des DFB-Pokals am Sonntag um 18.30 Uhr in der MDCC-Arena zum Einsatz, wäre das sein Debüt in diesem Wettbewerb. „Die Vorfreude ist bei mir besonders groß“, verrät er. Dass auch wieder bis zu 5000 Fans dabei sein dürfen, macht es umso mehr besonders. Bell Bell betont auch angesichts der Fans: „In so einem Pokalspiel kann alles passieren. Wenn wir alle bei 100 Prozent sind und von Anfang an konzentriert spielen, kann es für jede Mannschaft schwer sein, uns zu schlagen.“

Fest steht aber auch: Im Vergleich zum Testspiel gegen Wolfsburg muss eine Steigerung her. Beim Team – und auch bei Bell Bell. Gelingt das, ist es durchaus möglich, dass er sich an seinem 25. Geburtstag im kommenden Jahr an sein erstes Pokalspiel sehr positiv erinnert.