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15.09.2020 Volksstimme

FCM sechs Wochen ohne Müller

Der FCM muss zum Saisonstart der 3. Liga auf Tobias Müller, der sich im Pokalspiel gegen Darmstadt einen doppelten Rippenbruch zuzog.

Magdeburg l Allein sein Gesichtsausdruck sprach Bände. Schmerzerfüllt musste Tobias Müller den Platz verlassen und fasste sich dabei immer wieder gequält an die Rippen. Zwar schickte der Abwehrchef des 1. FC Magdeburg gestern schon wieder eine Grußbotschaft aus dem Uniklinikum und deutete mit einem Daumen nach oben an, dass er schon wieder auf dem Weg der Besserung ist. Doch seine Verletzung ist für den FCM kurz vor dem Liga-start dennoch ein Schock: Müller zog sich einen doppelten Rippenbruch sowie eine Mantelpneumothorax (Luftansammlung im Brustkorb) zu und wird dem Drittligisten gut sechs Wochen fehlen.

Verletzt hat sich der 26-Jährige beim Erstrundenduell des DFB-Pokals gegen den SV Darmstadt, das nach Verlängerung mit 2:3 endete. Doch der Innenverteidiger konnte nur 32 Minuten mitwirken, wurde dann durch Brian Koglin ersetzt. Zehn Minuten vorher hatte er sich in einem defensiven Zweikampf gegen Marvin Mehlem verletzt. „Der Gegenspieler hatte keine Schuld, er kam einfach zu spät“, sagte Müller, der bereits am späten Sonntagabend in der Unfallchirurgie behandelt wurde und weiterhin zur Überwachung im Uniklinkum liegt.

Behrens spricht Mitgefühl aus

„Es tut mir persönlich sehr leid für ihn“, war auch Keeper Morten Behrens getroffen. „Er ist ein Stützpfeiler für unser Team.“ Jetzt wird er aber wohl bis Ende Oktober und damit die ersten sieben oder acht Spieltage der Drittliga-Saison fehlen. „Uns als Mannschaft hat das getroffen, wir fühlen mit ihm“, sagt Behrens, ergänzt aber auch: „Wir haben noch weitere gute Spieler auf der Position.“

Bis zur Pause stand der FCM mit Koglin und Neuzugang Korbinian Burger auch weiter stabil, nach der Pause ließ die Viererkette aber immer mehr Lücken zu. Die drei Tore des Zweitligisten waren in der Entstehung immer gleich. Lange Bälle hebelten die Hintermannschaft der Blau-Weißen jeweils aus.

Drei Mal zu leicht überspielen lassen

„Es ist schwer zu sagen, ob es am Fehlen von Tobi lag“, sagt Behrens, die alte und neue Nummer eins im FCM-Tor. „Aber wir haben uns da zu leicht überspielen lassen.“ Was mit dem erfahrenen Müller, der schon 61 Drittliga-Spiele absolvierte, möglicherweise nicht passiert wäre. Oder zumindest nicht drei Mal.

Auch Thomas Hoßmang bemängelte: „Wir waren in der zweiten Halbzeit zu passiv und standen bei den Gegentoren zu hoch.“ Der FCM-Trainer hatte aber eine Erklärung dafür: „Wir kamen aus der Vorbereitung und sind körperlich noch nicht in der Verfassung, das 120 Minuten durchzustehen. Doch dieses Spiel hat die Jungs auf das nächste Level gebracht.“

Denn: Es gab für den FCM auch viele positive Erkenntnisse. Allen voran die starke erste Halbzeit. „Das entsprach dem Fußball, den wir in Magdeburg sehen wollen“, lobte Hoßmang. „Das muss uns Mut machen.“ Müller setzte in seiner kurzen Spielzeit sogar Offensivakzente und köpfte zum 1:0 ein (14.), Kapitän Christian Beck traf nach starkem Pass von Daniel Steininger zum 2:0 (26.).

Obermair und Malachowski überzeugen

Auch die Defensivarbeit sah lange stark aus. Vor allem Rechtsverteidiger Raphael Obermair überzeugte bei seinem Pflichtspieldebüt mit konsequenter und mutiger Zweikampfführung. Auch der erste Einsatz von Adrian Malachowski war vielversprechend, der Pole spielte trotz verkürzter Vorbereitung sogar 120 Minuten durch. Jürgen Gjasula, sein Partner auf der Doppelsechs, lobte: „Er arbeitet viel. Das war unser erstes Spiel zusammen. Das wird bestimmt gut passen.“

Zudem fiel auch der Schlussspurt trotz fehlender Kräfte auf. Als die Darmstädter nach genau 100 Minuten in der Verlängerung durch Mathias Honsak mit 3:2 in Führung gingen, steckte der FCM den Kopf nicht in den Sand. Durch Sirlord Conteh und Kapitän Christian Beck gab es sogar noch eine Doppelchance (112.).

„Wir sind trotz des Rückstandes noch einmal aufgestanden und haben alles rausgehauen“, freute sich Beck. Es sei für den 32-jährigen Stürmer zwar sehr ärgerlich, mit leeren Händen dazustehen. „Wir müssen aber das Positive mitnehmen, dann klappt es gegen Halle sicher mit dem Sieg.“ Beim Drittliga-Auftakt am Sonntag um 14 Uhr in der MDCC-Arena gegen den HFC sollten die Magdeburger dann aber defensiv – auch ohne Müller – besser stehen.