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06.10.2020 Volksstimme

FCM: Raus mit Applaus

In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals unterlagen die A-Junioren des 1. FC Magdeburg dem FC Schalke 04 mit 1:3 (0:1).

Magdeburg l Erhobenen Hauptes konnten die A-Junioren des FCM am Sonnabend den Nebenplatz der MDCC-Arena verlassen, bekamen von den 350 Zuschauern dabei eine Menge Applaus. Den hatten sich die Kicker von Petrik Sander redlich verdient, boten sie dem favorisierten FC Schalke 04 doch einen packenden Pokalfight. Folglich fiel auch Sanders Fazit im Nachgang trotz des Ausscheidens positiv aus: „Natürlich sind die Jungs enttäuscht, aber dafür gibt es keinen Grund. Im Gegenteil: Wir können stolz auf diese Leistung sein, weil sie uns in unserer aktuellen Arbeit bestätigt.“

Besonders die Anfangsphase imponierte dem 59-Jährigen. In dieser attackierten die FCM-Junioren sehr hoch, zwangen die als spielstark bekannten Gäste so immer wieder zum weiten Schlag und rissen mit ihrem sehr engagierten Auftreten das Publikum mit. Erste Gelegenheiten hatten in der Folge Kieran Ike (14.), bei dessen Aufsetzer Gäste-Keeper Rose zupackte, und Aladin Capli (16.), dessen Kopfball am Außennetz landete.

Der Rückschlag

In dieser Druckphase erwischte die Elf von Kulttrainer Norbert Elgert die Hausherren eiskalt. Weil FCM-Schlussmann Lukas Böhm bei einer eigentlich harmlosen Flanke nicht konsequent zupackte, endstand eine Fehlerkette, die nicht mehr aufzuhalten war. Zwar wurden zwei Schalker Versuche noch geblockt, der dritte von Juan Ignacio Cabrera zappelte dann aber im Netz (17.).

„Wir haben ihnen nichts gegönnt, haben offensiv überhaupt nichts zugelassen“, lobte Sander den Start und haderte zugleich: „Wenn man den Gegner dann aber mit dem ersten Ball, der völlig ungefährlich in den Strafraum segelt, belohnt, darf man sich nicht wundern.“ Eben jene „Brutalität des Fußballs“ hinterließ bei den Magdeburgern sichtlich ihre Spuren. So brauchten die Hausherren einige Minuten, um sich vom Rückstand zu erholen, was Schalke durch Bleron Krasniqi (22.) und Cabrera (31., 45.) jedoch nicht zu bestrafen wusste. Trotz des Pausenrückstands resümierte Sander zufrieden: „Das war die beste erste Halbzeit, die ich von meiner Mannschaft bisher gesehen habe.“

Die Hoffnung

Nach dem Seitenwechsel knüpften seine Schützlinge nahtlos an ihr hohes Pressing aus der Anfangsphase an, brachten Schalke damit in Verlegenheit, sich selbst aber wieder um den verdienten Lohn. Nach einem Eckball durfte der aufgerückte Innenverteidiger Arbnor Aliu in der 59. Minute freistehend am kurzen Pfosten einköpfen. „Zu diesem Standard darf es überhaupt nicht kommen. Darum bemängele ich viel mehr die Entstehung der Ecke als die falsche Zuordnung bei dieser“, erklärte Sander.

Das Trainergespann reagierte, brachte mit Louis Malina und Phil Gysbers zwei wuchtige Stürmer sowie Paul Radom und Asil Haider Ismail für die Positionen dahinter. Nachdem FCM-Keeper Böhm seine Farben gegen Cabrera (72.) glänzend vor der Vorentscheidung bewahrte, machten sich die offensiven Wechsel bezahlt. Radom flankte, Gysbers köpfte zum 1:2 (79.) – der Glaube war zurück.

Das Resümee

Was folgte, war ein Magdeburger Sturmlauf. „Zuletzt hat Schalke mächtig geschwommen, die Bälle nur noch rausgeschlagen“, sah auch Sander. Die gefährlichsten Abschlüsse durch Eldin Dzogovic (86.) und Malina (90.+1) zischten jedoch knapp über den Querbalken und am rechten Pfosten vorbei. Die endgültige Entscheidung durch Vasileios Pavlidis‘ Kopfballtreffer blieb in der zweiten Minute der Nachspielzeit reine Formsache.

„Wenn wir im Anschluss mit dem gegnerischen Trainer sprechen und der uns zu einer tollen Leistung gratuliert, ist das ein Kompliment, das ich so nur an die Mannschaft weitergeben kann“, erklärte Sander: „Die Jungs haben allen Grund, stolz darauf zu sein, was sie abgerissen haben.“