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10.11.2020 Volksstimme

FCM: Schork ist angekommen

Die Zeiten beim SV Sandhausen sind für Otmar Schork vorbei – zukünftig fährt er im FCM-Bus mit.

Mit Blick in die Zukunft bahnt sich beim 1. FC Magdeburg eine neue Aufteilung der Machtverhältnisse an.

Magdeburg l Eine Partie seines neuen Clubs hat Sportdirektor Otmar Schork schon einmal live in der MDCC-Arena verfolgt. Gegen den FC Bayern München II (2:1) saß der 63-Jährige noch gut abgeschirmt in einer VIP-Lounge, am Dienstag hat das Versteckspiel mit seiner offiziellen Vorstellung beim 1. FC Magdeburg aber endgültig ein Ende.

Mit dem Sieg und der neuen beruflichen Herausforderung im Rücken dürfte auch die ein oder andere eher unschöne Erinnerung an den FCM verdrängt worden sein. Immerhin war Schork im März vergangenen Jahres, kurz vor dem Abstiegsduell des SV Sandhausen in Magdeburg, als sportlicher Leiter des „Dorfclubs“ freigestellt worden. Die Gäste siegten damals 1:0, danach ging es für Sandhausen aufwärts, mit Rang 15 schaffte man den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga – und um Schork wurde es erst einmal ruhig. Bis jetzt.

Schork: "Club hat Potenzial"

Die Verantwortlichen des FCM hätten sich um ihn „intensiv bemüht“, sagt dieser auf der Vereinsseite. Und ist sich sicher: „Der Club verfügt über Potenzial, und wir werden intensiv daran arbeiten, damit dies bestmöglich ausgeschöpft wird.“

Wer sich im Sandhäuser Umfeld etwas umhört, der bekommt einen recht guten Eindruck davon, wie Schork bislang gearbeitet hat. Den Zweitligisten hat er über zwei Zeiträume hinweg insgesamt 16 Jahre lang betreut. SVS-Präsident Jürgen Machmeier bezeichnete Schork einst als 24/7-Manager, also einen, der Tag und Nacht zu erreichen, für seinen Club tätig ist.

Schork perspektivisch Geschäftsführer

Was es wiederum mit sich bringt, dass Schork eine Person sein soll, die stets informiert und in Prozesse eingebunden sein will. Auch in Entscheidungen, die vom Papier her in Hoheitsgebiete der Trainer fallen. Apropos Trainer: In Sandhausen war Schork zuletzt an den Verpflichtungen von Alois Schwartz, Kenan Kocak und Uwe Koschinat beteiligt. Grundsätzlich allesamt Personalien, die funktioniert haben. Sandhausen stand – abgesehen von dem Ausreißer mit Platz 15 in der Saison 2018/19 – immer im oberen, gesicherten Mittelfeld.

Und da will auch der FCM wieder hin – wenngleich vorerst eine Spielklasse tiefer. Den Klassenerhalt in dieser Saison vorausgesetzt, soll Schork, dessen Vertrag bis Juni 2022 läuft, im Sommer kommenden Jahres als Geschäftsführer Sport installiert werden. Eine Berufung, bei der davon auszugehen ist, dass sie mit gewissen Befugnissen einhergeht. Es deutet sich somit auch eine neue Machtaufteilung im Club an. Denn nimmt man die Mitteilung des Vereins als Grundlage, würde sich Mario Kallnik, zurzeit Geschäftsführer für Sport und Finanzen, dann nämlich vorrangig in den finanziellen Bereich zurückziehen.

Verantwortung wird aufgeteilt

Ein Hintergedanke bei der Entscheidung, die federführend Präsidium und Aufsichtsrat getroffen haben, könnte gewesen sein, dass die Verantwortung zukünftig auf mehreren Schultern verteilt werden soll.

„Jetzt ist es enorm wichtig, dass die FCM-Familie wieder eine Einheit bildet“, sendet Präsident Peter Fechner auf der Vereinsseite noch vor der Vorstellung Schorks einen Appell an alle Beteiligten.